Sonntag, 21. Juni 2009

Die Anderswo-Gesellschaft

Wir sind keine Individuen mehr, die nach Authentizität streben, sondern ,,Intraviduen", die gehetzt einen konstanten Strom von Messages, Anrufen, Kontakten und Daten zu managen versuchen. "Die Bewohner unserer Anderswo-Gesellschaft haben aufgrund ihres quälenden Kontingenzbewusstseins (warum bin ich gerade hier, ich könnte ja auch woanders sein) nur dann das sichere Gefühl, am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun, wenn sie auf dem Weg zum nächsten Ziel sind."

Handy und Mail sind auch eine narzisstische Falle, eine Art Nuckelflasche, aus der man sich süßen Brei holt, das Gefühl, gebraucht, geliebt, angesprochen zu werden. Sobald der Blackberry in der Hosentasche vibriert, gibt es null Aufschub, muss man sofort nachschauen, wer da was Leckeres geschickt hat. Aber wie das so ist mit dem Narzissmus: Wenn keine Bestätigung kommt, gähnt Leere. "Ich bin mailsüchtig", jammert Dilbert in einem der gleichnamigen Comicstrips. "Meine Endorphine feiern Party, sobald ich eine Mail kriege. Und wenn keine kommt, dann übermannen mich Einsamkeit und Verzweiflung."

der ganze text? hier: http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/kultur/149/472672/text/

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